Nischenseiten Challenge 2018 – Teil 5 | Social Media

Heute ein Thema von geradezu unerhörter Wichtigkeit – ein unverzichtbarer Eckpfeiler aller modernen Nischenseiten, die die Fake-Test-und-Stock-Foto Epoche hinter sich gelassen haben. Ein Thema, das die Welt erobert hat und selbst in die abgelegensten Winkel vordringt und das ich aus tiefstem Herzen verabscheue: SOCIAL MEDIA!

Nischenseite Social Media - Resistance Is Futile
Eigenes Foto | Social Media – Resistance Is Futile. Selbst in den abgelegensten Ecken der Welt (Hier Strohütten im Vinales Tal in Kuba) ist man vor Social Media nicht sicher.

Social Media besteht für mich aus zwei Dingen: Erstens aus einer schier unendlichen Ansammlung absonderlicher Gestalten, die dem Irrtum unterliegen, man müsse alle anderen permanent über seine persönlichen Befindlichkeiten auf dem Laufenden halten. Und zweitens aus einigen cleveren Unternehmer-Alchimisten mit der seltenen Gabe, diese versammelte Blödheit in Geld zu verwandeln.

Don’t get caught on the wrong side of that line

Bruce Springsteen – Atlantic City

Vielleicht liege ich da ja auch völlig falsch (was ich nicht glaube) und verpasse im Grunde ein ganz großartige Sache (was ich auch nicht glaube). Aber genug der Vorrede, lieber Leser! Ich denke, du bist jetzt hinreichend motiviert.

Aber im Ernst:

Warum Social Media Kanäle für Nischenseiten unverzichtbar sind

Warum Social Media so wichtig ist, habe ich ja schon in Teil 1, meiner Vorbemerkung zur diesjährigen Nischenseiten Challenge deutlich gemacht – es lohnt sich übrigens auch die verlinkten Studien zu lesen oder zumindest zu überfliegen.

1. Abhängigkeit verringern & Risiko streuen

Sämtliche Nischenseiten (eigentlich alle Internet-Auftritte, sogar Big Player wie Amazon) sind von nahezu vollständig von Google abhängig. Das ist nicht gut, weil man damit seine „Online Existenz“ komplett in Googles Hände legt. Kein vernünftiger Mensch würde sich an anderer Stelle in eine solche Abhängigkeit begeben und außerdem kennen wir alle ja alle den Spruch:

Don’t put all your eggs in one basket.

Indianische Weisheit

Denn wenn der Basket runterfällt, sind die schönen Eier alle hin. Verteilt man seine Eier allerdings auf zwei oder mehr Körbe, kann man das Risiko entsprechend „streuen“ und muss kein rohes Rührei vom Boden essen, sondern kann auch Spiegeleier braten oder Omlett oder… ähm, da bin ich wohl kurz vom Thema abgekommen.

Auf jeden Fall sollte man durch verschiedene Social Media Kanäle seinen Traffic-Mix ausgeglichen gestalten. Auf dem folgenden Bild ist eine Übersicht über die Verteilung der Trafficquellen einer Webseite zu sehen: Links eine Verteilung, wie sie so ähnlich bei den meisten von uns vorkommt. Rechts ein Idealbild, in welchem die Abhängigkeit von Suchmaschinen (insbesondere von Google) deutlich reduziert ist.

Website Trafficquellen - Real und Ideal
Website Trafficquellen – Real und Ideal. Auf der linken Seite ist eine typische Verteilung der Trafficquellen zu sehen: hier ist die Abhängigkeit von Google ganz deutlich. Rechts sieht es dagegen schon besser aus. Social Media liefert viele Besucher und die organische Suche dominiert nicht mehr.

2. Google entwickelt sich zur Findmaschine

Daneben gibt es einen weiteren, mindestens ebenso wichtigen Grund Social Media zu nutzen. Und das ist schon wieder Google! Die Richtung, die Google seit geraumer Zeit eingeschlagen hat, wird zum allmählich zum Problem für Nischenseiten und Affiliates, weil der Suchmaschinenmonopolist die ungeschriebene Vereinbarung Content gegen Traffic an vielen Fronten aufgekündigt hat.

Dass Google lieber Findmaschine als Suchmaschine sein will, ist nicht neu. Martin Mißfeldt hat das so schon 2013 formuliert und kann kann ein Liedchen davon singen, wie es ist, wenn der Traffic von der Bildersuche ausbleibt, weil der Betrachter nicht mehr auf die Seite muss, die die Bilder liefert.

Above The Fold ist der Schlüssel

Als „Above The Fold“ bezeichnet man ganz allgemein den Bereich einer Website, den man sehen kann, ohne zu scrollen. Und hier spielt in jeder Hinsicht die Musik! Denn Menschen sind faul und scrollen nicht unnötigerweise und wollen ihre Antworten und Lösungen am liebsten jetzt und sofort und an erster Stelle, ohne anstrengende Handbewegungen oder langwierige Recherchen. Und Google weiß das natürlich.

Man kann das gar nicht deutlich genug machen: Above The Fold ist des Pudels Kern im Bereich Google und SEO!

Above The Fold ist der Grund, warum Ads so gut funktionieren, warum in den organischen Suchergebnissen alle Platzierungen unterhalb von Platz 5 nur noch einstellige Prozentwerte des Suchvolumens abbekommen. Das ist der Grund, warum man Affiliate Links schon weit oben auf allen Webseiten einbauen sollte. Und auch der Grund, warum man tunlichst alle schicken WordPress Themes mit tollen Slidern und sonstigen Spielereien above the fold meiden sollte.

Kurzum: Above The Fold bringt Geld! Und deshalb konzipiert Google seine Suchergebnisseiten (SERPS) in erste Linie unter diesem Aspekt. Und das wiederum bedeutet, dass alles, was „Beyond the Fold“ stattfindet, zwangsläufig Traffic verliert – auch Webseiten, die durch gutes On- und OffPage SEO weit vorne ranken.

Above The Fold | 2 Beispiele

1. Die Answerbox:

Sucht man nach der dritten binomischen Formel wird einem (Above The Fold) eine sogenannte Answerbox angezeigt, deren Inhalt nicht von Google erstellt, aber von Google aufbereitet wurde. Nebenbei bemerkt ist das Ergebnis natürlich falsch. Möchte mal wissen, wieviele Kiddies da kurz verzweifelt sind. 🙂

Googles Answerbox
Googles Answerbox

Die Quellen werden zwar angezeigt und verlinkt, aber es gibt keine Notwendigkeit für den User, diese Quellen auch anzuklicken. Selbst die Herleitung (von einer anderen Quelle und korrekt) wird von Google „präsentiert“. Das wird zukünftig für viele LongTail Keywords und spezifische Fragestellungen zu erwarten sein.

2. Google Destinations:
Noch schlimmer, weil noch avancierter ist „Google Destinations“. Alle Travelblogger und sonstigen Betreiber von Urlaubs-und Reiseseiten werden vermutlich nicht besonders erfreut sein, dass Google ihnen mit Destinations so langsam aber sicher den Rang abläuft.

Ich gebe einfach mal testweise „Südafrika Reise“ in die Suchzeile ein und erhalte einen kompletten Bildschirm ohne Webseiten. Zuerst kommen die Anzeigen, darunter und daneben kommt Google.

Google Destinations
Google Destinations

Mittlerweile findet man eigentlich alles bei Destinations: Reiseführer, Reiseziele, Aktivitäten, Tagespläne, Veranstaltungen – verknüpft mit einer Flut an User Generated Content, mit dem keine Nische konkurrieren kann. Clever gemacht und man muss fast gar nicht scrollen! Irgendwann wird man wohl auch seinen Ürlaub über Google buchen.

Man könnte über das, was ich hier nur kurz angerissen habe, noch viel mehr schreiben. Fakt ist, Google wird, wenn keiner einschreitet, weiter in alle denkbaren Bereiche vordringen und die organischen Suchergebnisse (also relevante Webseiten) zurückdrängen. Resistance Is futile!

Social Media für die Nischenseite | Erste Schritte

Also habe ich damit angefangen, Social Media Kanäle für meine Nischenseite aufzubauen. Weil ich das in dieser Form erst zum zweiten Mal mache, hat mich der Aufwand, den das Ganze mit sich bringt, erstmal ziemlich ernüchtert. Und da ich Social Media Kanäle noch nie privat genutzt und daher kein Gefühl für Einstellungen habe, ist mein WorkFlow momentan abolut unterirdisch.

Ich beschränke mich vorerst auf die Hauptkanäle Facebook und Instagram und verzichte auf Youtube und Twitter. Das hat zwei einfache Gründe: Erstens habe ich nicht wirklich die beste Ausrüstung für Youtube und ich zweitens verstehe ich Twitter nicht. (Pinterest muss ich mir erstmal ansehen.)

Social Media Kanäle aufbauenVoraussetzungen / Aktivitäten

Instagram
Aktivitäten:
3 Bilder und ein Video hochgeladen. 5 Herzchen (Juhu) aber keine Follower (Bähh)
Zweisprachig angelegt (Deutsch & Englisch)

Voraussetzungen:
Ich habe diese Nikon Coolpix 7800*, die sehr gute Fotos macht.
Mein P20 verfügt über ausreichende Qualität für Instagram Videos.

Facebook
Aktivitäten:
2 Accounts erstellt (Deutsch und Englisch) und Hintergrundbilder mit Canva angefangen, ansonsten sind beide Kanäle noch ohne Inhalte.

Voraussetzungen:
Siehe oben.

Twitter
Aktivitäten:
keine

Voraussetzungen:
...
Ich weiß, ich wiederhole mich, aber was zum Teufel soll das sein? Es gibt für mich nur 3 Gruppen, für die diese schwachsinnige Plattform einen Sinn ergibt: Promis, Medien und amerikanische Präsidenten. Promis haben eine virtuelle Bühne, auf der sie für ihre Follower jeden Quark kommentieren können. Medien verwerten diese Friseurgespräche anschließend zu Artikeln und Trump hat Twitter zu seinem virtuellen Regierungssitz auserkoren. Aber sonst?

Youtube
Aktivitäten:
Weiß ich noch nicht. Mir fehlt die richtige Ausrüstung, insbesondere eine 4K-Kamera. Außerdem wüsste ich nicht, wie ich dauernd neue Inahlte nachschieben soll, irgendwann ist das Thema dann auch durch. (Videos sind auch einigermaßen aufwendig. )

Voraussetzungen:
Mäßig - ich habe ein Kondensatormikrofon mit Phantomspeisung an einer externen Soundkarte - man hört keinen Hall und kein Rauschen, aber man muss immer sehr nah ins Mikro sprechen.
Meine Nikon macht keine überragenden Videos, mein P20 reicht zwar für Instagram, aber eher nicht für Youtube.

Pinterest
in Arbeit...

Kosten: 34,90€ für das Buch Social Media Manager*
Zeitaufwand in der letzten Woche: Etwa 7 Stunden

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